PODEST – Potentiale von open Source Hardware für dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien in der sozial-ökologischen Transformation

#Energie #Open Access
09/25 bis 08/28

Potentiale von Open Source Hardware für die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien in der sozial-ökologischen Transformation

Beteiligte Institutionen: 
Technische Universität Berlin
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Kooperationspartner: 
Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.

Die Demokratisierung der Energiewende ist komplex. Wenig erforscht ist die Rolle von technischen Kompetenzen, von Offenheit – nicht nur des Prozesses, sondern der Technologie selbst – und von der Qualität der Mensch-Technik-Beziehungen für die soziale Nachhaltigkeit von Technologien der Energiewende. Dieser Frage widmet sich das Projekt PODEST mit dem Fokus auf Open Source Hardware.

Ziele

Die Open Source Hardware-Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Entwicklung und Anwendung von Technologien zu ermöglichen, indem sie Baupläne von technischen Komponenten, Produkten und Systemen öffentlich zugänglich macht und hierbei auf leicht nachbaubare technische Lösungen mit gut verfügbaren Komponenten setzt. Damit soll Technologie einerseits transparenter und zugänglicher werden und andererseits eine bedarfsadäquate Technologie-Entwicklung „von unten“ gefördert werden. Obwohl es bereits zahlreiche Beispiele für Open Source Hardware im Bereich Energieversorgung gibt, fehlen bisher eine systematische, interdisziplinäre Erforschung der Potentiale für die Energiewende sowie transdisziplinär entwickelte Strategien zur Verbreitung nachhaltiger Konzepte.

Forschungsfragen

  • Welche Open Source Hardware-Lösungen für dezentrale Energieversorgung finden sich bereits? Wie sind diese aus sozio-technischer Sicht und in ihrem Potential für eine gerechte Energiewende zu bewerten und für die weitere Forschung und Entwicklung zu systematisieren?
  • Wie können Open Source Hardware-Lösungen unter Berücksichtigung verschiedener technologischer Konzepte und Kreislaufaspekte sowie unterschiedlicher Anwendungs- und Nutzungsszenarien weiterentwickelt werden, und welche Wirkungen erzielen sie in der praktischen Anwendung zur Energieversorgung im Alltag?
  • Wie können Open Source Hardware-Lösungen für dezentrale Energieversorgung besser verbreitet und skaliert werden? Ist es möglich Open Hardware-Lösungen so vorzubereiten, dass sie weitgehend ohne technische Vorkenntnisse nutzbar sind?
  • Welche technischen Systeme können nur mit Hilfe oder durch Fachkräfte aufgebaut werden? An welchen Stellen ist eine Fachkraft auch rechtlich und für einen sicheren Betrieb der Anlagen notwendig (Beispiel Netzanschluss)?

Transfer

Die Potentiale von Open Source Hardware für eine sozial gerechte, gesellschaftlich getragene Energiewende umfassen:

Verbesserung des Zugangs zu Technologie und Teilhabe: Durch frei verfügbare Baupläne und Designs kann die Demokratisierung von Technologie gefördert und ermöglicht werden, so dass auch einkommensschwache Haushalte bzw. Gemeinschaften oder Regionen ohne hohen technischen Entwicklungsstand von der Energiewende profitieren können.

Lokale Anpassung und Innovation: Da Open Source Hardware auf offener Zusammenarbeit basiert, können Nutzende die Designs an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen. Dies fördert technologische Vielfalt und Innovation auf lokaler Ebene.

Bildung und Empowerment: Open Source Hardware kann Bildung und technisches Verständnis fördern, indem sie Menschen die Möglichkeit gibt, selbst zu bauen, zu reparieren und zu verbessern. Dies schafft Kompetenzen und stärkt die Fähigkeit von Individuen und Gemeinschaften, eigenständig an der Energiewende teilzunehmen, ohne auf teure externe Expert:innen angewiesen zu sein.

Partner

Prof. Dr.-Ing. Julia Kowal, Fachgebiet Elektrische Energiespeichertechnik, TU Berlin (Projektleitung)

Prof. Dr.-Ing. Sibylle Dieckerhoff, Fachgebiet Leistungselektronik, TU Berlin

Prof. Dr.-Ing. Oliver Paschereit / Dr.-Ing. Navid Nayeri, Fachgebiet Experimentelle Strömungsmechanik, TU Berlin

Prof. Dr. Melanie Jäger-Erben, Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie, BTU Cottbus

Maximilan Voigt, Open Knowledge Foundation Deutschland

Förderung

Das Projekt PODEST wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einer Fördersumme von 1,3 Mio. Euro für drei Jahre gefördert. Es hat eine Anschubförderung vom CCC unter dem Projekttitel „Open Battery Plattform“ erhalten.

© Robin Glauser auf Unsplash

Die Energiewende bedarf einer breiten Mobilisierung und Teilhabe der Bevölkerung, nicht nur um technologische Lösungen zu verbreiten oder Risiken der Technikfolgen zu minimieren, sondern vor allem auch um die Menschen zu befähigen, Technologien kompetent im Sinne ihrer Bedürfnisse zu nutzen und anzueignen.

Prof. Dr.-Ing. Julia Kowal
Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Julia Kowal

Kontakt

Prof. Dr. Julia Kowal
Technische Universität Berlin
julia.kowal@tu-berlin.de