Bauen mit Holz und nachwachsenden Rohstoffen
Bauen Publikation

#Berlin #Brandenburg #Bauen
04/24

Bauen mit Holz und nachwachsenden Rohstoffen

Projektbericht
Natural Building Lab

 

 

Bauen mit Holz und nachwachsenden Rohstoffen für eine klimagerechte Transformation der Ressourcenregion Berlin-Brandenburg

Eike Roswag-Klinge, Kim Gundlach, Philipp Misselwitz, David Dietrich, Nina Peters

Natural Building Lab/Technische Universität Berlin, Bauhaus Erde

Beschreibung

Das Natural Building Lab der Technischen Universität Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Bauhaus Erde GmbH Akteur*innen aus Berlin und Brandenburg zusammengebracht sowie umfangreiche Informationen zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft und zur vielfältigen Nutzung von Holz als Baustoff sowie weiterer Naturstoffe (Hanf, Lehm, Pilze etc.) in der Region zusammengetragen.

Ergebnisse

Der Bausektor verursacht nach Angaben der Autor*innen rund 40 Prozent der CO2-Emissionen, 55 Prozent des Abfallaufkommens und 92 Prozent der Entnahmen mineralischer Ressourcen und ist somit einer der klimaschädlichsten Sektoren in Deutschland. Um die Klimaziele zu erreichen und angemessen auf Ressourcenverknappung, Flächenversiegelung und Biodiversitätsverlust zu reagieren, sollte eine neue Bau- und Sanierungskultur etabliert werden. Dabei könnten Beton, Zement und Stahl sowie Dämmstoffe in großem Maße auch mit Holz und anderen Naturfasern wie Hanf, Lehm, Stroh oder sogar Pilzen ersetzt werden. Das Ziel ist eine Kreislauf-Bauwirtschaft. Über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Gebäudebereich könnte zudem viel Kohlendioxid gebunden werden.

Die Öffentliche Hand ist ein großer Bauträger und kann beim klimaneutralen Bauen mit gutem Beispiel vorangehen, z.B. die BIM Berliner Immobilienmanagement mbh (BIM) oder die Berliner Wohnungsbaugesellschaften. Aber auch die Stadt Potsdam kann zur „Holz-Baustadt“ werden, denn gerade Brandenburg mit seinen großen Waldflächen ist wie prädestiniert für die Holz-Bauwende. Daher wurden in diesem Projekt alle Akteur*innen der Holz-Wertschöpfungskette in der Region – vom Forstbetrieb bis zum Zimmermeister – angesprochen und durch Workshops und Meetings miteinander vernetzt. Dies geschah in Zusammenarbeit mit den regionalen Berufsverbänden.

Für den prototypischen und experimentellen Umgang mit dem Baustoffholz nutzen die beteiligten Wissenschaftler*innen „Reallabore“, bei denen sie ihre Vorstellungen ausprobieren und demonstrieren können. Beispiele finden sich im „Holzbauatlas Berlin Brandenburg“.

Beim Holzbau kann auch geschädigtes Holz verwendet werden. Wichtig ist, dass ein gesunder Mischwald nachgepflanzt wird und das trotz Beschleunigung der Abläufe die Gemeinwohlorientierung und demokratische Prozesse bei Stadt- und Gebäudeplanung beachtet werden.Darüber hinaus gehören zum klimaneutralen Bauen die konsequente Nutzung von Recycling-Materialien. Grundsätzlich sollte vor der Errichtung eines Neubaus immer überprüft werden, ob nicht doch ein bestehendes Gebäude besser genutzt oder umgebaut werden kann – um den großen Flächen- und Ressourcenverbrauch einzuschränken.

Hintergrund

Die Studie entstand im Rahmen des CCC-Projektes „Regionales Cluster Holz und nachwachsende Rohstoffe“.

Zur Studie

Bild: Philipp Arnoldt

Prof. Eike-Roswag Klinge

Kontakt

Prof. Eike-Roswag Klinge
Technische Universität Berlin